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Strohballen vs. Minergie

Holz-Stroh-Lehm-Haus

 Minergie-Haus
Atmungsaktiv und Luftdicht
  • Die Gebäudehülle ist atmungsaktiv, diffusionsoffen und luftdicht zugleich.
  • Niemand würde sich freiwillig eine Plastiktüte über den Kopf ziehen. Eine luftdichte Bauweise lässt trotzdem einen Feuchtigkeitstransport zu.
  • Auch die Strohballen-Bauweise hält dem „Blower-Door-Test“ stand.
  • Hier wird mit hoher Priorität auf die Luftdichtigkeit gesetzt und mit einer Luftdichtigkeitsmessung (Blower-Door-Test) wiederlegt.
  • Diffusionsdichte Dämmstoffe verhindern ein Atmen der Wände sowie auch den Austausch von Feuchtigkeit.
  • Die beachtlichen Mengen anfallende Feuchtigkeit wird mit der vorgeschriebenen Be- und Entlüftungsanlage abtransportiert.
Raumluft und Feuchtigkeit
  • Lehm hat bereits die natürliche Eigenschaft, die Raum-Luftfeuchtigkeit bei ca. 50% rel. Feuchtigkeit zu regulieren und schafft damit ein wohlbefindliches Raumklima.
  • Lehm bindet schlechte Gerüche wie etwa Zigarettenrauch oder von fettigen Kochgerichten.
  • Die Luft trocknet aus. Gefahr von Asthma und Allergien können in diesem dichten Klima entstehen!
  • Die fehlende Feuchtigkeit muss im Winter der zu trockenen Frischluft über eine Membrane künstlich zugeführt werden.
Natürlich Lüften und Wärmen
  • Natürliches Lüften durch Öffnen der Fenster.
  • Der kurzfristige Luftwärmeverlust im Winter wird durch die gespeicherte Wärme in der Gebäudemasse in Form von Abstrahlungswärme in Kürze wieder aufgebaut.
  • Die Raumluft bleibt weitestgehend verwirbelungsfrei und behält ihren natürlichen Feuchtigkeitsgehalt. 1)
  • Der Wärmeverlust wird durch Absaugen (Entlüftung) der Luft künstlich zurückgewonnen, um damit die frische Zuluft (Belüftung) wieder aufzuwärmen.
  • Mit der Dauer müssen durch Luftfeuchtigkeitsreibungen abgelagerte feinste Partikel in den unzugänglichen Luftrohrleitungen periodisch aufwändig gereinigt werden.
Wandheizung
  • Wandheizungen geben die Wärme wie Sonnenstrahlen ab und werden vom menschlichen Körper als besonders wohltuend und behaglich empfunden. 1)
  • Die Abstrahlung erwärmt zu 100% die umliegenden Bauteile (Wände, Möbel etc.) wie auch die grösstmögliche Körperoberfläche des Menschen gleichmässig.
  • Konventionelle Heizsysteme wie Radiatoren, Konvektoren oder Fussbodenflächen-Heizungen  strahlen nur ca. 50% Wärme ab. Mit den anderen 50% wird die kühlere, bodennahe Luft aufgewärmt und steigt dadurch an. Luft-Zirkulation, Staubaufwirbelungen und Zugserscheinung machen sich dadurch bemerkbar!
  • Luftheizungen bringen primär die Raumluft zum Erwärmen.
Hitzeschutz
  • Das kühle Raumklima im Sommer wird durch die Strohballendicke, gewichtigen Speichermassen in der Gebäudehülle und mit einer geeigneten Sommer-Sonnen-Beschattung erreicht.
  • Massivbauten haben den Vorteil bereits über eine stattliche Gebäudehüllenmasse zu verfügen.
  • Leichtere Holz-Elementbauten müssen, um den gleichen sommerlichen Hitzeschutz zu erreichen, zusätzliche Speichermassen einbauen.
Grüne und graue Energie
  • Strohballen sind als Baumaterial sehr preisgünstig und mit einfachen Werkzeugen leicht zu verarbeiten und in Aussen- und Innenwänden, in Böden, Decken und Dächern vielfältig einzusetzen.
  • Die grösstenteils verwendeten Baustoffe werden in aufwändigen Produktions-Arbeitsprozessketten (graue Energie) und in grossen Mengen hergestellt, um sie somit auch günstiger anbieten zu können.
100 Jahre Natur Pur
  • Lehm ist ein bewährtes, gesundes Baumaterial für vielseitige Anwendungen im Innen-, wie auch im geschützten Aussenbereich und überdauert bei fachgerechter Verarbeitung Jahrhunderte. 2)
  • Lehm ist zu 100% wiederverwertbar, schützt die Holzkonstruktion und lässt sich leicht reparieren. 1)
  • Stroh ist am Ende seiner Nutzung sogar als Bodenauflockerung im Garten nutzbar oder kann in der Landwirtschaft zu 100% kompostiert werden.
  • Künstlich hergestellte und vergütete Baustoffe werden in fast allen Bereichen eingesetzt.
  • Ob die Lebensdauer dieser Materialien ein Jahrhundert überdauern, kann aus der erst ca. 30-jährigen Erfahrung noch nicht ergründet werden.
  • Der Rückbau (Abbruch) von künstlichen und vergüteten Baustoffen muss in Zukunft sehr aufwändig von anderen Bauteilen getrennt, gesondert und kostenintensiver entsorgt werden.
  • Beschädigte Bauteile lassen sich fast nur grossflächig reparieren oder gänzlich ersetzen.
Wärmedämmwert
  • Der Wärmedämmwert, bzw. U-Wert nach Einzelbauteilen gemessen liegt zwischen 0,10 bis 0,13 W/m2K.
  • Der geforderte Grenzwert bei Minergie-P beträgt 0,15 W/m2K.
Baukosten
  • Ein "Holz-Stroh-Lehm-Haus" kommt auf die gleichen Baukosten wie ein vergleichbares Minergie-P-Haus.
  • Vorteil: Man benötigt keine künstliche Be- und Entlüftung.
  • Bei einer Minergie-P Zertifizierung heben sich die Mehrinvestitionen für die notwendige Lüftung nur durch den Erhalt der Förderbeiträge und den begünstigten Baukreditzinsen auf!
  • Eine Be- und Entlüftungsanlage ist zwingend vorgeschrieben.

Quellennachweis:

1) Wandheizung.de
2) "Naturbaustoff Lehm" Klaus Schillberg und Heinz Knieriemen, AT Verlag 1993, Aarau